Kahnbeinpseudarthrose (Skaphoidpseudarthrose)

Wie bereits erwähnt ist das Erkennen von Kahnbeinfrakturen sehr schwierig. Viele in der Handchirurgie Unerfahrene übersehen diese Frakturen. Kommt es nach einer Kahnbeinfraktur nicht zur Knochenheilung, entsteht eine sog. Falschgelenkbildung (Pseudarthrose). Durch den fortbestehenden Bruchspalt entsteht eine instabile Situation an der Handwurzel, die zur Zerstörung des Gelenkknorpels (Arthrose) führen kann. Zur Vermeidung dieser Spätschäden sollte daher eine Kahnbeinpseudarthrose grundsätzlich operiert werden. Beschwerden sind meist auf der dem Daumen zugewandten Handgelenksseite.

Im weiteren Verlauf können Bewegungseinschränkung und Kraftminderung auftreten. Zur genauen Beurteilung der Bruchstücke und Planung der Operation sollte eine Computertomographie in Längsachse des Kahnbeins durchgeführt werden. Ziel der Operation ist es, eine Wiederherstellung der Form des Kahnbeins zu erreichen. Dabei muss ein kleiner Knochenanteil dazwischen gesetzt werden, bevorzugt ein Knochenblock von der Beckenschaufel. Für die Fixierung des Knochens wird wiederum eine kanülierte Titanschraube verwendet. Der operative Zugang ist abhängig von der Lage des Falschgelenkes.

Im mittleren Drittel wird ein beugeseitiger Zugang gewählt, während bei sehr kleinen Bruchstücken im körpernahen Drittel ein Zugang von der Rückseite des Handgelenkes gewählt und die Schraube direkt unter Sicht in das Kahnbein eingebracht wird. Die Ruhigstellung erfolgt in einem Unterarmgipsverband zunächst für sechs Wochen, danach wird die erste Röntgenkontrolle vorgenommen. Zeigt sich eine knöcherne Heilung, wird mit Bewegungsübungen für das Handgelenk begonnen. Ansonsten wird die Ruhigstellung um 2-4 Wochen verlängert. In der Regel findet sich nach 6-12 Wochen eine knöcherne Durchbauung im Röntgenbild.


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