Ohrkorrektur (Ohren anlegen)

Abstehende Ohren sind, vor allem bei Kindern oft Anlass zu Spott und Hänseleien. Insbesondere bei Kindern kann dies zu Minderwertigkeitskomplexen und ggf. zu einem Verlust an Selbstvertrauen führen.

Ursache für diese häufige und in aller Regel angeborene Fehlbildung ist ein übermäßig angelegter bzw. ein ungenügend geformter Ohrknorpel. „Falsche“ Kopflagerungen im Säuglingsalter spielen hingegen keine Rolle in Bezug auf die spätere Form des Ohres. Nach dem fünften Lebensjahr, wenn ca. 80 % des Ohrknorpelwachstums abgeschlossen ist, kann eine operative Korrektur durchgeführt werden.

Im Kindesalter werden die Eingriffe in aller Regel von der Krankenkasse bezahlt. Im Erwachsenenalter lehnen die Krankenkassen die Bezahlung des Eingriffs mittlerweile fast immer ab, trotzdem haben Sie die Möglichkeit einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen und gegebenenfalls eine Prüfung durch den medizinischen Dienst zu erreichen. Im Falle einer Ablehnung besteht aber immer die Möglichkeit die Operation selbst zu bezahlen.

Bei entsprechender Indikation und der Anwendung des auf Sie abgestimmten Operations¬verfahrens sind die guten und sehr guten Resultate dauerhaft. Hinter dem Ohr bzw. in der Ohrmuschel gelegene Narben sind für andere Personen praktisch unsichtbar.

In Abhängigkeit von der Ursache der Knorpelfehlbildung sind Hautschnitte hinter dem Ohr bzw. im Inneren des Ohrmuschelrandes notwendig. Über diese Zugänge wird der Knorpel freigelegt, formverändert und neu gestaltet. Selten ist  eine Entfernung einzelner Knorpelanteile notwendig. Nach erfolgreichem Eingriff findet sich ein dem seitlichen Kopf anliegendes Ohr mit einer nahezu anatomisch regelrechten Ohrmuschelstruktur.

Die Ohrenkorrektur wird je nach Ausmaß in örtlicher Betäubung oder in einer Allgemeinnarkose durchgeführt, welche das Bewußtsein sowie die Schmerzempfindungen für den Zeitraum des operativen Eingriffes ausschaltet. Entsprechend der Absprache mit dem Narkosearzt wird einige Tage vor dem Eingriff eine Blutuntersuchung durchgeführt. Die Werte sollen Auskunft über den Zustand Ihrer Organe, Ihrer Stoffwechselsituation bzw. Ihren Blutstatus geben. Unter Umständen ist eine Röntgen¬untersuchung Ihrer Lunge bzw. eine EKG-Untersuchung notwendig. Diese Untersuchungen sollen die Narkosefähigkeit belegen und diesbezügliche Komplikationen vermeiden.

Ca. zwei bis drei Wochen vor der Operation sollten Sie auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, die eine Blutverdünnung bewirken, da unter diesen Umständen das Risiko einer Nachblutung deutlich erhöht ist (Aspirin etc.). Zudem möchten wir Sie bitten, ebenso in diesem Zeitraum auf Nikotin, Schlafmittel  und Alkohol zu verzichten.

In Abhängigkeit vom gewählten Anästhesieverfahren erhalten Sie oder Ihr Kind eine Allgemeinanästhesie bzw. eine lokale Betäubung der Ohrregion. Nach der Neuformung des Ohres und der Hautnaht wird Ihnen ein Kopfverband angelegt, der ca. 10 Tage belassen werden sollte. Er stabilisiert die neue Form des Ohres und vermindert Nachblutungen. Um ggf. auftretende Schmerzen schnell und umfassend behandeln zu können, empfehlen wir eine Übernachtung in unserer Klinik. Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, werden in unserer Klinik alle plastisch-chirurgischen Eingriffe von einem Facharzt für Plastische Chirurgie durchgeführt.
Der Prozeß der Wundheilung mit der Rückbildung der operationsbedingten Schwellung und Blutergussverfärbung benötigt ca. 10-14 Tage. Die Narbenreifung dauert einige Monate.

Nach Abnahme des Kopfverbandes sollte für weitere 4 Wochen nachts ein Stirnband getragen werden, um ein Abknicken des Ohres zu vermeiden.

Je nach Absprache mit dem Operateur sollten Sie sechs Wochen auf intensive sportliche Tätigkeiten verzichten. Insbesondere Druckerhöhungen im Bereich des Gesichtes, die beim Bücken oder dem Tragen von schweren Gegenständen auftreten, können zum Zerreißen kleinerer Blutgefäße mit nachfolgender Blutung führen.

Ab dem vierten Tag können Sie sich mit desinfizierenden Seifenlösungen duschen und vorsichtig Haare waschen (Kopf nach hinten), auf ein Vollbad sollte jedoch in den ersten drei Wochen nach der Operation verzichtet werden. Ebenso empfehlen wir den Verzicht auf Sauna- und Solarienbesuche innerhalb der ersten zwei Monate.

Für einen komplikationslosen Verlauf ist ein Verzicht auf Alkohol und Nikotin während der ersten vier Wochen nach dem Eingriff sinnvoll.


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