Tendovaginosis stenosans de Quervain

Einengung des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk

Die Tendovaginosis stenosans de Quervain ist eine Entzündung der Sehnenscheide auf der Daumenseite des Handgelenks, es ist ausschließlich das erste Strecksehnenfach betroffen, in dem die Sehnen des kurzen Daumenstreckmuskels und des langen Daumenabspreizmuskels verlaufen. Die Entzündung entsteht häufig durch übermäßige Beanspruchung der Sehnen bei ungewohnten Arbeitsbelastungen. Frauen sind hiervon etwa achtmal häufiger betroffen als Männer. Die Daumenseite des Handgelenks schmerzt beim Öffnen von Dosen oder Auswringen von Lappen. Die Sehnen dabei gelegentlich zusätzlich in ihrem Sehnenfach stecken bleiben. Häufig entwickelt sich auch eine schlauchförmige Schwellung auf der Speichenseite des Handgelenks direkt über den betroffenen Sehnenfächern. Die Beschwerden können sowohl plötzlich über Nacht auftreten oder sich auch allmählich entwickeln. Bei der klinischen Untersuchung ist der Bereich über den Strecksehnenfächern druckempfindlich.

Besonders typisch sind Schmerzen beim sogenannten Finkelstein-Test. Hierbei wird der Daumen des Patienten in die Handfläche des Patienten hinein gebeugt und eine ruckhafte Bewegung des Handgelenks in Richtung Elle durchgeführt. Während diese Bewegung bei Gesunden kaum Beschwerden hervorruft, ist sie für die betroffenen Patienten in der Regel extrem schmerzhaft. Eine Therapie der Erkrankung sollte zunächst mit Hilfe nichtoperativer Maßnahmen erfolgen.

Eine Ruhigstellung des Daumens für einige Tage kann versucht werden. Dies kann durch Anlage einer Schiene erfolgen. Diese Maßnahme kann gegebenenfalls mit der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten kombiniert werden. Eine weitere Option ist das Einspritzen von Kortison direkt in das Strecksehnenfach. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nach etwa 4 Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, sollte eine chirurgische Therapie in Betracht gezogen werden. Die Operation erfolgt in der Regel ambulant unter Verwendung einer örtlichen Betäubung. Nach der Operation werden Handgelenk und Daumen mit einem dicken Verband gestützt. Die Finger müssen jedoch sofort nach der Operation normal bewegt werden, um ein Verkleben der Sehnen in ihren Sehnenscheiden zu verhindern. Die Operationswunde sollte durch den Arzt kontrolliert werden. Die Hautfäden können am 14. Tag nach der Operation entfernt werden.


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